Mario e il Pozzo (Mario und der Brunnen)

Dieser Wein, von dem es jedes Jahr nur wenige Flaschen geben wird, ist sinnbildlich für Claudio und seine Leidenschaft für die Natur, an deren Verlauf er teilnimmt, um ihre Früchte umzuwandeln und dabei so wenig Ressourcen als möglich zu verschwenden.
Ein spritziger, einhüllender, verführerischer Wein, dessen Kreation nichts Klassisches hat - außer der Flaschengärung natürlich. Hier Claudios Erzählung:

Die Geschichte von Mario e il Pozzo beginnt Anfang 2008 während eines Essens mit Freunden aus der Toskana und einer heftigen Diskussion mit meinem Vater. Ich wusste um das große Potential von unserem Moscato, ich wusste, dass die Zweitgärung in der Flasche – eine Methode, die im Piemont seit der Nachkriegszeit angewendet wurde – ihm Frische, Komplexität und erhebliche Lagerfähigkeit schenken würde. Ich wollte einen Wein mit einzigartigen sensorischen Eigenschaften kreieren. Mein Vater war allerdings von Anfang an dagegen, er hielt das Projekt für überholt wegen des erhöhten Drucks in der Flasche und der starken Ablagerung von Weintrub während der Zweitgärung. Ich war da anderer Ansicht, ich hielt diese in der Vergangenheit insbesondere von meinen Großvater angewendete Technik für hochaktuell. Meine Dickköpfigkeit sorgte dafür, dass ich mich sofort an die Arbeit machte; und trotz jahrelanger Fehlschläge gab ich die ursprüngliche Idee nicht auf. Ich brauchte aber ein lichtarmes Umfeld mit ganzjähriger konstanter Temperatur, möglichst nicht über 15 Grad: Ein alter Brunnen in Familienbesitz erweckte meine Aufmerksamkeit. Die große Tiefe von etwa dreißig Metern garantierte eine geeignete Wassertemperatur, völlige Dunkelheit und vor allem einen Druck, der dem sich in der Flasche aufbauenden entgegen wirken konnte. Ich mussste 2 Jahre warten, um das Ergebnis dieser Arbeit bewerten zu können, das war 2012. Die Spontanflora in den Flaschen ruhte, also wurden sie heraufbefördert, degorgiert und mit einem Sektkorken versehen. So entstand mein erster Moscato nach klassischer Flaschengärung.

Das Warten hatte sich gelohnt: ein einzigartiger, feinperlender cremiger Wein. An der Nase heben typische Sekundäraromen die aromatische Natur der Rebsorte hervor und am Gaumen präsentiert er sich unglaublich komplex und harmonisch.
Claudios Intuition und Standfestigkeit verdienen wir es, dass ein längst vergessenes Erzeugnis zu neuem Leben erweckt wurde.

Mosec

Großvater Mario vergaß eines Tages in den 1950ern in seinem alten Weinkeller einen Glasballon mit Moscato-Most. Als er ihn wiederfand, probierte er den Inhalt, sicher, er würde dort Essig finden. Zu seinem großen Erstaunen fand er dagegen einen angehm trockenen Wein, von dem er etwa 70 Flaschen abfüllen konnte. Von dem Tag an "vergaß" er jedes Jahr einen Glasballon in genau derselben Ecke...

Die Kuriosität von Claudio ist geweckt und nach diversen Versuchen schafft auch er, einen MoSec zu machen – den trockenen Moscato der Familie Mo, um ein Erzeugnis wieder einzuführen, das die Natur uns zwar geschenkt hat, welches aber lange vergessen war.
Worin liegt das Geheimnis dieses Weins? Darin, geduldig zu warten, dass die Natur ihren Lauf nimmt.